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Grundlagen

Gute Prompts schreiben — die Grundregeln

Mit diesen Grundregeln formulieren Sie Anfragen, die zu deutlich besseren KI-Antworten führen.

Stand: Juli 2026 • Lesedauer: ca. 7 Minuten

Zwei Personen können demselben KI-Tool dieselbe Grundfrage stellen und völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten — je nachdem, wie sie ihre Anfrage formulieren. Diese Formulierungskunst wird „Prompting“ genannt. Die gute Nachricht: Die wichtigsten Grundregeln lassen sich schnell lernen und sofort anwenden.

Regel 1: Seien Sie konkret statt vage

Vage Anfragen führen zu vagen, generischen Antworten. Statt „Schreib mir etwas über Marketing“ formulieren Sie besser: „Erkläre mir in fünf Stichpunkten, wie ein kleines Café lokal Kunden über Social Media gewinnen kann.“ Je genauer Sie das Ziel benennen, desto zielgerichteter die Antwort.

Regel 2: Geben Sie Kontext mit

Eine KI kennt Ihre Situation nicht, wenn Sie sie nicht mitteilen. Nennen Sie relevante Rahmenbedingungen: Für wen ist der Text? Was ist der Anlass? Welches Vorwissen können Sie voraussetzen? Beispiel: „Erkläre mir den Unterschied zwischen Miete und Pacht, so, dass es auch jemand ohne juristisches Vorwissen versteht.“

Regel 3: Definieren Sie Format und Länge

Sagen Sie, wie das Ergebnis aussehen soll: als Fließtext, als Stichpunktliste, als Tabelle, kurz oder ausführlich. Beispiel: „Fasse den folgenden Text in maximal fünf Stichpunkten zusammen“ liefert ein deutlich anderes Ergebnis als „Fasse den Text zusammen“ ohne weitere Angabe.

Regel 4: Geben Sie eine Rolle oder Perspektive vor

Sie können der KI eine Perspektive mitgeben, aus der sie antworten soll: „Erkläre mir das so, als würdest du es einem Berufseinsteiger erklären“ oder „Antworte aus der Perspektive eines vorsichtigen, gründlichen Prüfers.“ Das hilft dabei, den Ton und die Tiefe der Antwort zu steuern.

Regel 5: Nutzen Sie den Dialog

Der größte Unterschied zu einer klassischen Suchmaschine: Sie können nachfassen. Wenn die erste Antwort nicht passt, sagen Sie einfach, was fehlt oder was anders sein soll — „kürzer bitte“, „bitte mit einem Beispiel“, „das ist zu förmlich“. Ein guter Prompt entsteht oft erst im zweiten oder dritten Anlauf.

Regel 6: Geben Sie Beispiele, wenn möglich

Wenn Sie eine bestimmte Struktur oder einen bestimmten Stil wünschen, zeigen Sie ein Beispiel. Etwa: „Schreibe eine Produktbeschreibung im Stil dieses Beispiels: [Beispieltext einfügen].“ Beispiele sind oft wirkungsvoller als eine lange Beschreibung des gewünschten Stils.

Regel 7: Trennen Sie unterschiedliche Aufgaben

Wenn Sie mehrere unabhängige Aufgaben in einem Prompt vermischen, sinkt oft die Qualität jeder einzelnen Antwort. Besser: eine Aufgabe nach der anderen, oder klar nummeriert und voneinander getrennt formulieren.

Ein einfaches Prompt-Grundgerüst

Für viele Alltagsaufgaben funktioniert folgendes Grundgerüst gut:

[Rolle/Perspektive, optional] + [konkrete Aufgabe] + [Kontext/Hintergrund] + [gewünschtes Format und Länge]

Beispiel: „Du bist ein erfahrener Personalverantwortlicher. Formuliere eine freundliche Rückmeldung an eine Bewerberin, die wir leider nicht weiter berücksichtigen. Sie hat sich sehr engagiert präsentiert. Maximal fünf Sätze, warmer, wertschätzender Ton.“

Und jetzt in die Praxis

Diese Grundregeln lassen sich am besten direkt anwenden. In unserer Sammlung 10 Prompts für den Büroalltag finden Sie fertige Vorlagen zum Nachbauen. Wer noch ganz am Anfang steht, findet den Einstieg in unserer Anleitung ChatGPT & Claude — der erste Einstieg, und praktische Alltagsbeispiele gibt es in unserem Bereich KI im Alltag.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Prompt eigentlich genau?
Ein Prompt ist Ihre Eingabe an ein KI-Tool — die Frage, Anweisung oder Aufgabe, die Sie formulieren. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Anstoß“ oder „Impuls“. Je klarer der Prompt, desto zielgerichteter kann die KI antworten.
Muss ich einen Prompt in perfektem Deutsch oder Englisch schreiben?
Nein. KI-Sprachmodelle kommen in der Regel gut mit umgangssprachlichen Formulierungen, kleinen Tippfehlern oder unvollständigen Sätzen zurecht. Wichtiger als perfekte Grammatik ist, dass Ihr Anliegen inhaltlich klar wird.
Wie lang sollte ein guter Prompt sein?
Es gibt keine feste Regel. Für einfache Aufgaben reicht oft ein kurzer Satz, für komplexere Aufgaben lohnt sich mehr Kontext. Als Faustregel gilt: lieber einen Satz mehr an Kontext liefern als zu wenig — Sie können danach im Dialog immer noch nachjustieren.